Viele Hirten der Gegend hielten ihre Herden nachts in Höhlen. Außerdem waren traditionelle palästinensische Häuser oft über Höhlen erbaut. Normalerweise bestanden diese Häuser aus einem einzigen Raum, der zu Essen, Schlafen und Wohnen genutzt wurde. Er war oft in verschiedene Ebenen unterteilt, von denen die untere für die Tiere bestimmt war. So mag sich Lukas` Kommentar, Josef und Maria hätten „ keinen Raum in der Herberge gefunden“, auf die überfüllte obere Ebene bezogen haben, und die beiden fanden unten einen Platz zusammen mit den Tieren. Die weit verbreitete Vorstellung, der Ort, wo sich die Krippe befand, sei ein Stall gewesen, entstammt eher westlicher Tradition.
Das Besondere an der Kirche, die Konstantin hatte errichten lassen, bestand in einem Gebäudeteil mit achteckigem Grundriß, der eine Öffnung besaß, die zur Geburtsgrotte hinunterführte. Westlich davon befand sich eine große Basilika und im Anschluß ein von Säulen gesäumtes Atrium, das sich in Richtung auf die Stadt Bethlehem öffnete.
Als Kirche unter Justinian im 6. Jahrhundert wiederaufgebaut wurde, vergrößerte man die Basilika; ferner fügte man drei Apsiden an der Stelle hinzu, an welcher der achteckige Gebäudeteil einst gestanden hatte. Der Zugang zur Grotte wurde durch Treppenstufen erleichtert, so dass die Betenden an diesem Ort über die Bedeutung der menschlichen Gestalt Gottes meditieren konnten.
In der Geburtskirche wird der Gottesdienst in der griechisch-orthodoxen Tradition abgehalten.
Die östliche Liturgie ist für die orientalischen Christen die Grundlage der Inspiration. Die Liturgie appelliert an sämtliche menschliche Sinne; die Augen des Gläubigen bewundern die Schönheit der heiligen Ikonen. Seine Ohren lauschen den Hymnen. Der Weihrauch umgibt ihn mit einem aromatischen Duft, sein Körper verherrlicht den Schöpfer mittels symbolischer Handlungen, und sein Geist wird erhöht für die Anbetung des himmlischen Vaters.
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